Vergewaltigte Frauen werden häufiger schwanger

Eine Vergewaltigung zieht ungewöhnlich oft eine Schwangerschaft nach sich, stellten jetzt amerikanische Forscher fest. Demnach führt etwa jede 16ste Vergewaltigung zu einer Schwangerschaft, während Frauen ansonsten nur bei etwa jedem 32sten gewollten Geschlechtsverkehr schwanger werden, berichtet das Wissenschaftsmagazin (New Scientist).

Der Grund für diesen Unterschied ist den Forschern, Jon und Tiffany Gottschall von der St. Lawrence Universität im Staate New York, ein Rätsel. Vielleicht suchen sich Vergewaltiger vorzugsweise junge und gesund aussehende Frauen aus, oder die Frauen unterstreichen während des Eisprunges ihre Attraktivität, vermuten sie. Die Wissenschaftler haben das Schicksal von 405 vergewaltigten Frauen im Alter zwischen 12 und 45 untersucht. Die Ergebnisse verglichen sie mit einer Studie, die bei Frauen in einem ähnlichen Alter die Häufigkeit von Schwangerschaften nach freiwilligem Geschlechtsverkehr untersuchte. (27.06.2001 – „Medizin“)
Zum Verständnis der folgenden Aussagen ist es hilfreich, die Studie von Gottschall und Gottschall zur Kenntnis genommen zu haben, vgl. hierzu
www2.washjeff.edu/users/jgottschall/Papers,%20etc/rape_pregnancy.pdf ,
vgl. außerdem den Diskussionsbeitrag von Verena Ahne:
http://surfmed.sueddeutsche.de/content/cc2214486895b9b781d4f6c5862e067c;
siehe auch
http://www.wissenschaft.de/wissenschaft/hintergrund/153249.html
vom 27.06.2001;
Abruf der Internetseiten jeweils im Oktober 2011.

Scheinbar gibt es für Schwangerschaften nach einer Vergewaltigung keine plausible Erklärung. Die von den Forschern angebotene Hypothese überzeugt mich nicht. Ich habe daher auf der Grundlage der Untersuchungen von Gottschall und Gottschall meine eigene Theorie verfasst. Gemäß meiner Hypothese suchen Vergewaltiger die Opfer meist nicht gezielt aus, zumindest nicht nach gesundem Aussehen und nach eventuellem Eisprung, denn die selektive Auswahl wäre zu schwierig, zu aufwendig und das Ergebnis zu unsicher. Welche Frau wann vergewaltigt wird, bestimmt meist der Zufall. Es ist auch heute noch üblich, dass im Krieg die Frauen des Gegners vergewaltigt werden, sogar zum Teil auch dann, wenn das siegreiche Land Vergewaltigung im Krieg unter Strafe stellt. Wenn vergewaltigte Frauen häufiger schwanger werden, dann gibt es hierfür möglicherweise verschiedene Gründe. Ich möchte an dieser Stelle ein von mir erarbeitetes Modell vorstellen, das die größere Schwangerschaftswahrscheinlichkeit bei Vergewaltigung erklären könnte.

Ein wichtiger, oder vielleicht sogar der wichtigste Grund, liegt in der Selektion der vergewaltigenden Männer während unserer Entwicklungsgeschichte. Wenn bei kriegerischen Auseinandersetzungen Frauen bei Vergewaltigung nur schwer schwanger wurden, dann wurden Männer, die Frauen töteten, selektiv begünstigt.

Wenn Vergewaltigung im Krieg großenteils bis heute zu beobachten ist, so kann man mit hoher Wahrscheinlichkeit annehmen, dass Vergewaltigung bei kriegerischen Auseinandersetzungen auch in der Steinzeit sehr häufig war. In der Steinzeit wurden die Frauen in der Regel geraubt und, wenn sie nicht gleich vergewaltigt wurden, dann nachdem sie nach Hause verschleppt worden waren. Wenn man die Frau nicht mitnehmen konnte, wie es heutzutage im Krieg oder bei einer Vergewaltigung in Friedenszeiten fast immer der Fall ist, war es in der Steinzeit aus genetischer Sicht eher vorteilhaft, die Frauen des Feindes zu töten, denn wenn man sie in der verfeindeten Sippe zurückgelassen hätte, dann hätten sie wieder Kinder zur Welt gebracht. Die Söhne hätten wieder Krieger werden, möglicherweise erneut Krieg gegen die Nachkommen der eigenen Sippe führen und somit zur Bedrohung der eigenen Nachkommen werden können.

Durch das Töten der Frauen konnte man möglicherweise sogar erreichen, dass die gegnerische Sippe ausstarb (bei Schimpansen wurde beobachtet, dass durch kriegerische Auseinandersetzungen unter Umständen Sippen ausstarben). Dies führte wiederum dazu, dass mehr Platz für die Sippe mit den Frauen tötenden Männern und dessen Genen vorhanden war. Folglich mussten die Frauen dem entgegenwirken, um die Männer, die Frauen nicht töteten, selektiv zu begünstigen, indem sie eine erhöhte Schwangerschaftsbereitschaft „anboten“.

Denn für einen steinzeitlichen Mann lohnte sich das Überleben lassen der Frau nur dann, wenn sie mit relativ hoher Wahrscheinlichkeit nach einer Vergewaltigung schwanger wurde und somit seine Gene weitergab und nicht nur Kinder von einem Mann ihrer Sippe bekam.

Da heutzutage im Krieg und auch bei einer Vergewaltigung in Friedenszeiten die Frau nicht mitgenommen werden kann, wird sich das genetische Diktat des Siegers nach dem dementsprechenden Steinzeitmuster richten und er „muss“ sich entscheiden, ob er die Frau vergewaltigt oder tötet, denn wenn die Frauen nach einer Vergewaltigung besonders leicht schwanger wurden, dann wurden die Männer, wie bereits erwähnt, in der Selektion begünstigt, die die Frauen zwar vergewaltigten, sie aber nicht töteten. Sollte es Sippen gegeben haben, in denen Frauen bei einer Vergewaltigung unwahrscheinlicher schwanger wurden, wurden Frauen mordende Männer selektiv begünstigt. In diesen Sippen starben Frauen und somit auch ihre Gene mit der Veranlagung, bei Vergewaltigung nicht leicht schwanger zu werden, aus. Wir sind folglich nicht die Nachkommen dieser Frauen. Zudem verminderte eine Selektion in Richtung Vergewaltigung das Risiko der Inzucht für beide.

Warum für eine Frau eine Vergewaltigung trotzdem ein Trauma bedeutet, möchte ich mit einem weiteren Modell in einem anderen Artikel erläutern. Ein fortführender Gedanke ist, dass es Männer gibt, die eine willige Frau derart schlecht behandeln, dass sie keine Lust mehr auf Geschlechtsverkehr hat, bzw. er „muss“ sie, auch wenn sie mit einem Geschlechtsverkehr einverstanden ist, dazu bringen, dass sie keine Lust mehr hat, denn dann kann er sie vergewaltigen und hat somit größere Aussichten, ein Kind zu zeugen und somit seine Gene zu verbreiten. Unser Verhalten basiert auch heute noch vielfach auf den Genen, die in der Steinzeit und den damaligen Bedingungen geformt wurden, sowohl bei Männern wie bei Frauen, die noch immer mit erhöhter Schwangerschaftsbereitschaft bei Vergewaltigung reagieren.

Ergänzend zu meinem Artikel Schwangerschaft nach einer Vergewaltigung möchte ich betonen, dass eine mögliche biologische Erklärung keinesfalls bedeuten soll, dass Vergewaltigung und das Töten von Frauen und Kindern, wie es heute bei militärischen Auseinandersetzungen leider immer noch vorkommt, entschuldigt werden könnte.

Im Gegenteil: Ich bin der Meinung, dass wir auf diese grauenhaften Ereignisse viel zu wenig hinsehen. Es ist schlimm genug, wenn in der heutigen Zeit immer noch Kriege stattfinden und das Töten von Menschen durch Menschen legalisiert wird, selbst wenn hierbei keine Frauen und Kinder bewusst getötet werden.